Amiga - Chris Hülsbeck - Apprentice - Level 1 - 1990, Rainbow Arts - Jump & Run - Paula 8-Bit, 512KB RAM | In dem 1990 von Rainbow Arts für knapp 40 DM im Mid-Price-Segment veröffentlichten Puzzle-Plattformer Apprentice schlüpft der Spieler in die Rolle eines kleinen, frechen Zauberlehrlings. Das allererste Level führt den putzigen Helden in einen farbenfrohen Wald, in dem er sich auf einem handelsüblichen Amiga 500 mit 512 Kilobyte RAM gegen rotierende Hexen und fiese Spinnen zur Wehr setzen muss. Das Spielprinzip basiert stark auf Geschicklichkeit und Logik: Der Spieler kann Holzkisten verschieben, aufheben und fallen lassen, um Abgründe zu überwinden oder Feinde raffiniert darunter zu zerquetschen. Die Fachpresse lobte das charmante, an Konsolen-Hits angelehnte Spieldesign; so zückte das britische Magazin The Games Machine begeisterte 90 Prozent, während der Amiga Joker 72 Prozent vergab und besonders die hübschen Animationen hervorhob. Der wahre Geniestreich hinter diesem Titel liegt jedoch in der kreativen Zusammenarbeit des Entwickler-Duos. Der Programmierer Axel Hellwig und der Grafiker Thomas "TV" von Rummell (auch bekannt als "TV Rap") erschufen eine Engine, die nicht nur flüssig scrollte, sondern auch clevere Rätselmechaniken wie das Klonen von Blöcken durch pixelgenaues Timing ermöglichte. Für die musikalische Untermalung holte man sich den legendären Chris Hülsbeck an Bord. Hülsbeck nutzte seine ausgeklügelte TFMX-Soundroutine, um dem eigentlich auf vier Kanäle beschränkten Paula-Soundchip der Amiga-Hardware ein Maximum an Klangqualität zu entlocken. Für dieses erste Wald-Level kreierte er eine fröhliche, verspielte Chiptune-Melodie mit knackigen Bässen, die das knifflige Kisten-Schieben perfekt und motivierend untermalt, ohne durch die komplexen Sound-Makros jemals das empfindliche Scrolling von Hellwigs Programmcode ins Stottern zu bringen.