Amiga - Richard Joseph - James Pond 2: Codename RoboCod - Exploring (Hub World) - 1993, Vectordean Ltd. / Millennium - Jump & Run - CD-Audio / AGA | In dem gigantischen verschneiten Hub-Level von James Pond 2 Codename RoboCod, der als zentraler Knotenpunkt direkt vor Santas weitläufiger Spielzeugfabrik dient, entfaltet sich das Track-Thema Exploring in seiner ganzen atmosphärischen Pracht. Statt sich in linearen Gängen zu verlaufen, muss man sich die schiere Größe dieser Vorburg auf dem Amiga CD32 vor Augen führen: Unzählige Türen führen von hier aus in die abgedrehten und skurrilen Themenwelten wie die klebrige Candy-Landschaft oder die feindselige Teddybär-Burg. Der Spieler muss geschickt Ponds mechanischen Teleskop-Bauch einsetzen, um versteckte Plattformen am obersten Bildschirmrand der winterlichen Hub-Welt zu erreichen, während feindliche Schneemänner und patrouillierende Spielzeuge den Weg blockieren. Chris Sorrell nutzte für die Programmierung dieser ausgedehnten Areale einen eigens geschriebenen Level-Editor, der es ihm erst ermöglichte, diese riesigen und verwinkelten Karten zu bauen, ohne den Arbeitsspeicher zu überlasten, wobei die fortschrittliche AGA-Architektur der 1993 erschienenen Konsole das eisige Setting in wundervollen 256 Farben erstrahlen ließ. Musikalisch wird dieses ausgiebige Erkunden von Richard Joseph mit einem herrlich verspielten und leicht mysteriösen CD-Audio-Track untermalt. Da die Audiospur direkt von der Disc gestreamt wurde, musste die System-CPU keine wertvolle Rechenzeit mehr für den Paula-Soundchip opfern, was Sorrell ein deutlich flüssigeres multidirektionales Scrolling für die enormen Levelkarten ermöglichte. Josephs detailverliebtes Studio-Arrangement spiegelt genau diese spielerische Freiheit und die kindliche Neugier des Agenten wider. Das Magazin Amiga Joker war in der Ausgabe 9/1993 von dieser technischen Umsetzung restlos begeistert und lobte das 79 DM teure Spiel mit einer Wertung von 78 Prozent, während auch die Redaktion der Amiga Games in ihrem Testbericht die brillante Übersichtlichkeit der Levelstruktur betonte und starke 82 Prozent für den motivierenden Titel vergab. Durch die enge und freundschaftliche Synergie zwischen Sorrells vertikalem Level-Design und Josephs musikalischer Brillanz wird das stundenlange Suchen nach versteckten Items zu einem wahren Genuss.
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